Die Künstliche Intelligenz zählt nach Dampfmaschine, Elektrizität und Informationstechnologie. zu den größten Errungenschaften der Menschheit.

Gestern gab es in der Futurezone wieder einen interessanten Artikel, vor allem für Fans von Nirvana und Kurt Cobain: Künstliche Intelligenz schreibt Nirvana Songs. Die Initiative „Lost Tapes of the 27 Club“ hat mittels der KI Magenta von Google die Lieder von Nirvana in Bezug auf z.B. Akkorde, Schlagzeugmuster etc. analysiert und daraus sind neue Songs entstanden.

Nun die Frage „Kann eine KI kreativ sein?“

Dazu muss man zuerst klären, was Kreativität ist. Kreativität ist eine der größten menschlichen Eigenschaften und Stärken. Es geht darum, etwas Neues zu schaffen, dass einen Nutzen oder Sinn stiftet. Das kann eine technische Erfindung sein, aber auch ein künstlerisches Werk.

Wie kreative Ideen entstehen

Fragt man Erfinder oder Künstler, wie sie auf eine Idee gekommen sind, können sie meistens diese Erleuchtung nicht mehr nachvollziehen. Auf einmal gab es einen Geistesblitz, ein paar gute Gedanken und schon war sie da die Idee. Meistens ist es ein Zufallsprodukt.

Kreativität kann man nicht systematisieren, nur fördern.

Ich war jahrelang im Innovationsmanagement tätig und mit der Aufgabe betraut, Prozesse und Systeme zu etablieren, die Kreativität, Erfindungen und Innovationen fördern. Man kann dazu optimale Rahmenbedingungen gestalten, die die Ideenfindung in Unternehmen begünstigt, aber man kann sie nicht wie auf einem Förderband produzieren. Das heißt, es ist immer mit einem Zufall verbunden. Kreativität ist nur bedingt steuerbar.

Fazit: Wenn man etwas nicht systematisieren und formalisieren kann, kann man es auch nicht einer Maschine lernen.

Will man einer Maschine etwas antrainieren, muss man es auch mathematisch abbilden können. Im Fall der Kreativität ist das nicht oder nur bedingt möglich (Pseudo KI-Kreativität).

Pseudo-Kreativität bedeutet, man trainiert der Maschine Regeln an und sie arbeitet sie ab. Die Maschine produziert Ergebnisse, prüft sie, verwirft oder behält sie und produziert weiter.

Ähnlich ist es beim 2018 entstandenen ersten KI-generierten Bild „Edmond de Belamy“. Eine Künstlergruppe hat der KI 15.000 Porträts sichten lassen. Sie malte darauf hin eigene Porträts, eine weitere KI bzw. die Künstler selbst haben dann gesichtet, was wirklich einem Porträt nahekommt, das aus Menschenhand stammen kann.

Das spannende daran: Geschätzt wurde der Wert auf ca. 10.000 Dollar. Beim Auktionshaus Christie’s ging es dann um 432.000 Dollar über den Auktionstisch.

Artificial intelligence software, Public domain, via Wikimedia Commons

Ausblick: Maschinen hab Zeit und Geduld

Aktuell kann ein Computer Kreativität nur simulieren. Die steigende Rechenkraft kombiniert mit Zufallskonzepten und Lernmechanismen wird bald zu Lösungen führen, die der Kreativität sehr nahe sind. Neben der Rechenpower haben Maschinen Zeit und Geduld – es werden tausende unsinnige Lösungen herauskommen, aber es werden mit Sicherheit kreative und innovative dabei sein.

Kategorie:

Keine Kommentare möglich

Folgt uns auf Linkedin